SPORT UNION Kyokushin Karate Klub Wien in Holland zur EM-Vorbereitung

Sensei Richard von Mansfeldt lud dieses Jahr zu den Offenen Meisterschaften in Holland für Nachwuchs und Erwachsene ein. Für das Team des SPORT UNION Kyokushin Karate Klub Wien war dieses Turnier sehr gut geeignet, um sich auf die EM 2013 in Luzern vorzubereiten. Drei Kämpfer, Peter Eichinger, Jürgen Gumprecht und Jasko Hadzialic, reisten für das österreichische Team aus dem Sport Union Dojo an. Gemeinsam mit dem Vater von Jürgen als Betreuer machten sich die 3 Teilnehmer bereits am Freitagabend mit dem Auto auf den fast 1200 km langen Weg von Wien nach Gorredijk, Holland.

Nachdem der Samstag noch zur Rast und mentalen Vorbereitung genützt werden konnte, war es dann am Sonntag endlich so weit zum Turnier zu fahren. Schon bei der Anmeldung gab es die erste Überraschung: die Kategorien hatten sich von -70kg, -80kg und +80kg um 5kg verschoben auf -75kg, -85kg und +85kg. Das war besonders bitter für Jürgen, der sich extra große Mühe gegeben hatte um auf die 79kg zu kommen.

Doch Jürgen ließ sich nichts anmerken und durfte gleich als erster Österreicher in der Kategorie International -85kg beweisen, dass es unser Team den Gegnern nicht leicht machen würde. Sein erster Gegner war ein 2. Kyu aus Holland. Jürgen übernahm von Anfang an die Initative und konnte bereits nach knapp einer Minute eine Waza-ari Wertung durch Shita-Tsuki zum Bauch erreichen. Der Kampf wurde weiter von Jürgen dominiert und eine halbe Minute vor Schluss beendete er den Kampf vorzeitig mit einem Knockout durch Mawashi-Geri Jodan.

Kurz danach war auch Jasko in der Kategorie International +85kg an der Reihe. Sein Gegner war ein Braungurt aus Berlin, der ihm von Anfang an einen harten Kampf lieferte. Jasko ließ sich von den aggressiven Schlägen des Berliners nicht beeindrucken und versuchte dem Gegner so wenig Raum wie möglich für seine Angriffe zu lassen. Obwohl Jasko anfangs gut mithalten konnte, konnte der Berliner Karateka am Ende durch mehr Aktivität überzeugen und Jasko musste sich unglücklich nach dem ersten Kampf geschlagen geben.

Peter hatte dieses Mal großes Glück bei der Ziehung und durfte sich in der ersten Runde über ein Freilos freuen. In seinem ersten Kampf musste er, genau wie Jürgen, gegen einen Holländer ran, kämpfte durch das Freilos aber bereits um den Einzug ins Finale. Der Kampf war zu Beginn noch relativ ausgeglichen, Peter konnte aber durch seine Erfahrung und vor allem seiner Innen-Lowkicks die Kontrolle über den Kampf erlangen und nach der ersten Runde entschieden die Schiedsrichter den Kampf für ihn.

Jürgen traf im Halbfinale erneut auf einen Braungurt aus Holland. Gleich nach kurzer Zeit zeigte Jürgen seine Überlegenheit mit einem wunderschönen Hiza-Geri zum Kinn des Gegners. Der Gegner steckte den harten Treffer jedoch zur Überraschung aller weg und bewies wahren Spirit. Obwohl Jürgen ihm sehr zu schaffen machte hielt er bis zum Ende durch und erreichte sogar ein unentschieden. Nachdem die Gewichtsdifferenz auf der Waage nicht ausreichte wurde noch eine Minute Verlängerung gekämpft, in der Jürgen beweisen konnte, dass er der bessere Kämpfer war und ins Finale aufstieg. Leider merkte Jürgen bereits im Verlauf dieses Kampfes, dass er nicht ganz fit war. Leichte Schwindelanfälle und Kraftlosigkeit ließen ihn überlegen, ob er das Finale überhaupt bestreiten kann, aber schnell war entschieden, dass man nicht 1200 km aus Österreich anreist, um dann auf das Finale zu verzichten. Der Finalgegner erwies sich als äußerst harter Brocken: Sergej Braun aus Deutschland, unter anderem Weltmeister im Kickboxen nach K-1-Regeln der World Kickboxing Federation (WKF) trat im Finale gegen Jürgen auf die Tatami. Gleich am Anfang des Kampfes versuchte Jürgen seinem Gegner keinen Raum für schnelle Beintechniken zu geben. Die Taktik ging sehr gut auf und der Kampf sah sehr ausgeglichen aus. Nach ungefähr einer Minute machte Jürgen sein Zustand leider immer mehr zu schaffen und er wurde für einen kurzen Augenblick unachtsam. Das reichte für Sergej Braun aus und mit einem gezielten Soto Keage zu Jürgens Kopf beendete er den Kampf vorzeitig.

Nun blieb nur noch das Finale International +85kg in dem Peter auf den deutschen Braungurt Wilhelm Leonhardt traf, der auch schon gegen Jasko gekämpft hatte. Die beiden schenkten sich nichts und jagten sich mit harten Schlägen und Kicks über die Matte. Nach regulärer Zeit werteten die Schiedsrichter unentschieden und es ging auf die Waage. Der Gewichtsunterschied war zu gering für eine Entscheidung, weswegen es eine Verlängerung von einer Minute gab. Beide Kämpfer gaben noch einmal alles, aber am Ende war es Peter, der mehr Ausdauer bewies und durch einstimmige Schiedsrichter-Entscheidung das Finale für sich entscheiden konnte.

Nach dem erfolgreichen Turnier in Holland wartet nun noch als letzte große Prüfung vor der Europameisterschaft das international gut besetzte Turnier in Szeged, Ungarn. Schon jetzt wünschen wir unseren Kämpfern für das kommende Turnier im April viel Erfolg!

Wir freuen uns über den Erfolg unserer Teilnehmer und gratulieren Jürgen zum 2. Platz und Peter zum 1. Platz in Holland! Außerdem bedanken wir uns recht herzlich für die Einladung von Sensei Richard von Mansfeldt, sowie seine Unterstützung vor Ort und das gut organisierte Turnier!

OSU!